Schon der Titel dieses privaten Vereins deutet auf seine Überregionalität hin und mit allen Eigenschaften und Kapazitäten eines professionellen Kunstvereins ist die „Gesellschaft Freunde der
Künste Düsseldorf – Berlin - New York“ mit ihrem Engagement in Deutschland einzigartig. 1997 von den Kunstsammlern Gottfried Böhmer und Michael Selbach gegründet, ist sie mit ihrem spektakulärem
Kunst- und Ausstellungsprojekten für Beide zum „Full-time-Job“ geworden und inzwischen über Düsseldorf hinaus bekannt. Nahezu einmalig ist ihr Engagement und die professionelle Unterstützung für
Künstlerinnen, die deutschlandweit nur noch mit staatlichen Einrichtungen wie dem Frauenmuseum Bonn oder dem „verborgenen Museum in Berlin“ vergleichbar ist. Sie organisieren die Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit, die Koordination von Ausstellungsräumen, die Vernissage, die Festival-Aktivitäten, die Einladungsdatei, die Transportlogistik, die Anlage von Werkverzeichnissen, die
Werkförderung und Katalogerstellung bis hin zu Sammlerkontakten - alles, was eine Ausstellung zu publikumswirksamen Erfolg verhilft. Die bisher allein, private und ohne die Hilfe von großzügigen
Sponsoren geförderte Gesellschaft betreut vor allem die junge Generation nationaler und internationaler Künstlerinnen mit Wahlheimat in Deutschland und will deren Produktions- und
Distributionsbedingungen entscheidend unterstützen.
Das Ziel, die Künstlerinnen mit ihren exzellenten Werken angemessen zu repräsentieren und gleichzeitig ein großes Publikum mit ihrer Kunst in
angemessener Atmosphäre vertraut zu machen, wird durch den lebendigen Dialog zwischen Kunstschaffenden, Vertretern der Wirtschaft und der Gesellschaft gefördert. Dabei setzt der „Freundeskreis“ auf
gelungene Kontakte und einem regen Austausch von Kunstfreunden, die ihre Begeisterung nach außen tragen, um ein stetig wachsendes Interesse zu erreichen.
PROGRAMME UND ZIELE
Die „Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf- Berlin- New York“ will vor allem die großen Lücken im staatlichen Kunstbetrieb schließen und nach amerikanischem Vorbild an das Verantwortungsgefühl
jeden Bürgers an die Kunst appellieren. Denn in den USA werden 90% aller Kulturprojekte, zu denen auch der Betrieb und die Haltung von Museen und Theatern gehört, von privaten Geldgebern finanziert.
Das heißt nicht, das der Staat sich aus der Verantwortung für die Kunst stehlen soll, aber es macht deutlich, das ohne Privatinitiative keine dringend benötigte kulturelle Förderung mehr stattfindet.
Diese breite Lücke füllt die Gesellschaft Freunde der Künste. „Kultur muss als unverzichtbarer Bestandteil der alltäglichen Orientierung begriffen werden“, verkündete seinerzeit der Kultusminister
Heinrich Enderlein. Dem stimmen die „Freund der Künste“ zu und zelebrieren im herkömmlichen Kunstbetrieb nicht nur die private Atmosphäre, sondern auch das Comeback der Salonkultur mit ständig
wechselnden Ausstellungsorten. Über das Medium Kunst sollen diese gesellschaftlich ethischen Werte wieder aufleben und im harmonischen Miteinander und niveauvollen Kunstereignis zum
generationsübergreifenden Dialog anregen. Zudem unter anderem wohl erfolgreichsten Programmen der Gesellschaft waren, die in mehrere Projekte
und Stationen gestaffelten Ausstellungen zum 250. Goethejahr 1999, an dem die Künstlerinnen Christina Assmann, Alexandra Sell, Gabriele Basch, Julia Van Koolwijk, Kirsten Lampert, Kate Waters,
Mantalina Psoma, Pia Dehne, Renate Wolff und Ute Janssen teilnahmen.
„250 JAHRE GOETHE – KÜNSTLERINNEN SEHEN GOETHE“ bündelte spannende bildnerische Positionen von 10 internationalen Künstlerinnen und provozierte mit einem außergewöhnlichen, weiblichen Blickwinkel das
Interesse an einem künstlerisch aktuellen Thema. Damit konnte die „Gesellschaft Freunde der Künste“ ihr Profil schärfen und nicht nur mit dem deutschlandweitem Goethe-Festivitäten konkurrieren,
sondern darüber hinaus prägnante Zeichen im herkömmlichen Kunstbetrieb setzen.
Den geeignete Rahmen bot das Goethemuseum Schloss Jacobi, der Malkasten sowie der Derendorfer Güterbahnhof und die Heinrich-Heine Universität zu Düsseldorf (siehe auch unter Projekte „Goethefestival
250. Jahre Goethe). Für das Jahr 2004 planen die Kunstfreunde schon das nächste Goethefestival (Anmerkung Redaktion: 2004 veranstalteten die Kunstfreunde aus Düsseldorf das Goethefestival 255 Jahre
Goethe an denen die Künstlerinnen Silke Michel, Kristin Dembny, Grit Wendelberger, Marta Maria Georgia Tanea, Julia Grafflage, Gila Abutalebi, Stefanie Pürschler, Sandra Hoitz, Anna Vilents und Karin
Mitikühler sowie das Gitarrenduo Christof Edelkötter und Jan Knobloch teilnahmen. Für das Jahr 2009 wird es zu der 3.ten Auflage Künstlerinnen sehen Goethe kommen zum 260. Geburtsjahr von
Goethe).
Ihre überregional beachteten Aktivitäten stehen für Qualität und eine exzellent kuratierte Auswahl für die Gottfried Böhmer verantwortlich zeichnet. Allein im Jahr 1999 kamen zu allen Vernissagen und
begleitenden Veranstaltungen über 40.000 Gäste. Das Jahr 2000 begann anfänglich damit, mehrere Ausstellungsprojekte auszuführen. Die Konzentration der Gesellschaft war ganz und gar auf das
Großprojekt „THE EXHIBITON OK1“ gerichtet, das von Dezember 2000 bis Mai 2001 stattfand. Mehrere Tausend Besucher konnten sich ein weiteres Mal von der Qualität der ausgestellten bildenden
Künstlerinnen Pia Dehne, Katja Prewozny, Christina Assmann und Katharina Meyer überzeugen.
SIGNALE IM STAATLICHEN KUNSTBETRIEB SETZEN
Doch was macht diese Gesellschaft Freunde der Künste so unentbehrlich und warum wird auch in Zukunft noch neben dem Galeriebetrieb und einer in Deutschland offensichtlich florierenden
Museumslandschaft ein derartiger Einsatz für „weibliche Kunst“ nötig? Die Landessammlung Nordrhein-Westfalen-Düsseldorf hat beispielsweise in 50 Jahren ihres Bestehens nur einer einzigen Künstlerin
eine Einzelausstellung gewidmet: Katharina Sieverding. Hier setzt die Gesellschaft Freunde der Künste auf seine wichtige Netzwerkfunktion, die auf kommunaler Ebene in den letzten Jahren stark
gekürzten Möglichkeiten ergänzt. Obwohl die Umsätze auf dem Kunstmarkt und der in Europa anerkannten „Art Cologne“ Rekorde erzielen, liegt der Anteil von Künstlerinnen immer noch bei verschwindenden
15 Prozent. Egal, ob auf Messen, in Galerien, auf der DOKUMENTA oder in großen Museumsretrospektiven: galant werden weibliche Talente zugunsten ihrer männlichen Kollegen umschifft, beiseite gedrängt,
anstatt sie gleichwertig zu würdigen. Grosse Rückblicke wie „das XX. Jahrhundert Kunst in Deutschland“, verzeichnen einen verschwindend geringen Anteil von Künstlerinnen. Allein Hannah Höch, Rebecca
Horn, Hanne Darboven, Isa Genzken, Tracey Emin, Marina Abramovic, Katharina Sieverding, Ulrike Rosenbach, Rosemarie Trockel und aus der jüngeren Generation Pia Stadtbäumer, Kiki Smith, Ulrike
Grossath, Mona Hatoum und Pipilotti Rist sind unter den mehr als 300 Kollegen in den „künstlerischen Olymp“ aufgenommen. Mehr Frauennamen soll es in diesem Jahrhundert in der Kunst nicht mehr zu
erinnern geben?
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